Ortsbild
 

Die Entscheidungen vieler Bauaufgaben liegen seit Jahren in den Händen der Bürgermeister. Ich sehe meine Aufgabe in unserer Zeit vor allem darin, gemeinsam mit den Bürgermeistern die große Empfindsamkeit für die Schönheit ihrer Städte und Dörfer aufrechtzuerhalten. Für viele von uns ist sichtbar geworden, dass die Qualität vieler neuer Bauten in wenigen Fällen an die Qualität der alten Bauten herankommt. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung und größter Wichtigkeit, mitzuhelfen, um unsere vorhandenen alten Bausubstanzen zu schützen und durch fachgerechte Sanierungen wieder nutzbar zu machen.

 

Es ist in vielen Gemeinden gelungen zu zeigen, wie durch sanftes Sanieren und vorsichtiges Hinzufügen von neuem ein Ortsbild entstehen kann, dass nicht nur dem Wandel unserer Zeit sondern auch dem Ortsbild des jeweiligen Ortes gerecht wird.

 

Gemeinsam mit Gemeindeverwaltungen und mit Bürgern wurde in den letzten Jahren daran gearbeitet, ihre historisch gewachsene Altstadt oder ihre gewachsene Ortsstruktur so zu gestalten und zu erhalten, dass sich die Bewohner in ihrer Gemeinde wohl fühlen und dass Gäste das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie willkommen sind und gerne wiederkommen.

 

Für mich als Ortsbildsachverständigen ist Ortsbildschutz ein Anliegen jedes Bürgers. Er ist standortbezogen und verbindet mit seinem Ort Heimat, die ihm Vertrautheit, Bekanntheit und Sicherheit gibt. Auch ist für mich der Ortsbildschutz in einer Gemeinde kein abgeschlossenes Produkt einer kurzfristigen Verschönerungsaktion, sondern eine lange und vielschichtige Entwicklung, die noch lange andauern soll und muss.

 

Während oft in anderen Orten und Städten die Zerstörung durch Abbruch, Umbau oder maßstablosen Neubau im Weichbild organisch gewachsener Strukturen anhält, ist es in einigen anderen Orten gelungen, dem erfolgreich entgegenzuwirken.

 

Man darf sich nicht wie viele andere vom Wort Ortsbildschutz irritieren lassen und keine Käseglocke über das pulsierende Leben einer Gemeinde stülpen, sodass hier nichts mehr verändert werden dürfte. Im Gegenteil, man muss auch in Zukunft alle Kräfte zur Erhaltung uns Gestaltung der Qualität und Unverwechselbarkeit eines schützenswerten Ortsbildes vereinen.

 

Ich bin auch bestrebt, die Gemeindevertreter davon zu überzeugen, ein Ortsbildkonzept für ihre jeweiligen schützenswerte Gebiete in ihrer Gemeinde zu beauftragen, das maßgeschneidert ist für ihren Ort.

 

Den erfolgreichen Weg der Philosophie der Erhaltung und Pflege des Ortsbildes, die Eigeninitiative und Bürgerbeteiligung, eine enge Zusammenarbeit der Bürger mit der Gemeindeverwaltung, die Individualität und das Verfassen von maßgeschneiderten Konzepten, um das innere und äußere Erscheinungsbild eines Ortes zu bewahren, bin ich bestrebt, noch lange weiterzugehen.

 

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